Das Solent-Problem

Kap Horn liegt hinter uns, vor uns ein glitzernder Atlantik. In ruhiger See segeln wir hoch am Wind dahin. Ryan schläft, ich sitze am Navigationsplatz. Plötzlich ein kleiner Knall. Ich gehe raus und sehe die Fock im Wasser neben uns schleifen. Unspektakulärer kann ein Vorstagbruch wohl nicht sein. Wir haben wirklich Glück, dass dies nicht in den vergangenen Sturmtagen passiert ist.

Die Ursache könnte die gleiche sein, wie die für unser Kielproblem: dieser eine gewaltige Schlag, den wir im Nachgang des Tiefs ATU einstecken mussten. Eine perfekte Sprungschanze, die sich uns bei mäßigen Bedingungen in den Weg gestellt und die Neutrogena für einen Moment aus dem Wasser gehoben hat. Der Aufprall war so brutal, dass ich mich im ersten Moment gewundert hatte, dass noch alles steht und das Schiff einfach weitersegelt. Ich war von meiner Koje hoch geflogen.

Ein runder Metallbolzen von etwa 20 Millimeter Durchmesser ist gebrochen. Er Verbindet den Mast mit dem Vorstag. Zum Glück haben wir ja drei Vorstage, so war der Mast selber nicht gefährdet. Für den vor uns liegenden Heimtörn haben wir nun die Wahl zwischen Genua und Stagfock. Die mittelgroße Solent oder auch “J1″ ist unter Deck verstaut.

Das Stag selber ist dennoch eine wichtige Stütze für den Mast. Daher haben wir gar nicht lange überlegt und gleich gewendet, um Kurs unter die Küste zu setzen. Zum Glück hatten wir ausreichend Tageslicht, um etwa drei Stunden lang im Windschutz einer kleinen Insel am Mast zu arbeiten und das Stag mit Tauwerk zu befestigen.

Boris

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