Begegnung mit Maxitrimaran “Sodebo”


Die Rennleitung fordert uns auf, unsere Position an Thomas Coville zu übermitteln und unser AIS einzuschalten, damit der “Sodebo”-Skipper sich keine Sorgen um eine Kollision zu machen braucht.

Ryan entdeckt ihn als erster. Noch klein im Morgengrauen hinter uns, aber unverkennbar. Schnell kommt der Trimaran näher. Thomas lässt wie wir seine Segel gerefft, auch wenn man für die eine Stunde Windschatten hinter dem Hoorn komplett ausreffen könnte. Es ist böig und wir haben viel um die Ohren mit Mediakram, unserer Kap-Hoorn-Zeremonie und diesem besonderen Moment.

Thomas hält genau auf uns zu. Auf den Wellen surft sein Monster und beschleunigt wie ein Hobicat. Winzig wirkt der schwarze, kleine Punkt an Deck, der Skipper. Er passiert 2 Bootslängen in Lee von uns, winkt und lässt eine paar Jubelschreie los. Er wirkt wie der König der Meere. Faszinierend, ihn hier in Aktion zu sehen bei diesem atemberaubenden Unternehmen, in 50 Tagen allein um die Welt zu segeln. Ich kann seine Energie spüren. Sein Jubeln und seine bestimmte Gestik wirken stolz und kampfeslustig. Ich stelle mir vor, er ist in einer kleinen, intensiven Welt aus enormer Anspannung und Konzentration. Er ruft uns nicht im UKW. Wir respektieren seine Konzentration. Er hat sicher die gleichen Verpflichtungen wie wir: Videokonferenz, Filmen, Fotografieren.

Er passiert uns, wir laufen aufs Vordeck, filmen ihn vor der einzigartigen Kulisse: Sonnenaufgang und Kap Hoorn.

Heute haben wir mit seinem Team gemailt und ihnen Bilder und Filme auf deren Server geladen. Die “Sodebo”-Leute haben das gleiche für uns gemacht. Ich bin Thomas zuvor nur einmal begegnet, in seinem Heimathafen La Trinite. Er hat etwas von einem großen Triathleten. Beim Mailen der Fotos heute betrachte ich ihn und sein gigantisches Großsegel. Ich selbst habe nach einigen Reffs und zweimal Ryan in den Mast ziehen vorhin kaum noch die Großschot dich bekommen. Irgendwann ist die Energie einfach ausgelutscht aus dem Körper – wie bei einem kaputten Diesel, dem die Kompression fehlt. Doch wie anstrengend muss es sein, ein Reff aus diesem “Sodebo”-Großsegel alleine auszuschütten?

Boris

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Eine Antwort auf Begegnung mit Maxitrimaran “Sodebo”

  1. Moin Ryan und Boris,
    mein Sohn Kim und ich drücken euch ganz doll die Daumen das ihr die momentanen Probleme in den Griff bekommt. Euer fantastisches Rennen, eure ungeheure Power ist Ansporn für die eigene Segelsaison.
    Ahoi Kim und Matthias