Grüße aus dem Inferno

Ich kann mich kaum halten auf dem Navisitz. Geschweige denn am Ruder. Ryan wurde gestern von der Pinne weggerissen in den Heckkorb und hat sich dabei die Hüfte geprellt.

Es ist so affenlaut und es zischt und faucht und kracht an allen Enden. Geräusche aus den Rudern, der Kielaufhängung, dem Mast… so, nun hör ich aber auf, denn sonst können ein paar meiner Freunde nicht mehr schlafen. Ich kann ohne Problem sofort einnicken – ein starker Schlafdruck, da wir mehr oder weniger rund um die Uhr im Einsatz sind.

So, nun frag mich nicht, wie Ryan es in den letzten 2 Stunden geschafft hat, den Hydrogenerator zu reparieren. Er hat geflext, laminiert, Matten geschnitten, Harz angemischt und was man alles so machen muss. Er ist da viel besser drin als ich, daher war mein Job, draußen sicherzustellen, dass die Kiste nicht über Kopf geht, während er hier drinnen arbeitet. Ein paar Wutausbrüche wegen zu starker Schräglage musste ich dennoch über mich ergehen lassen.

Jetzt trocknet das Ganze; der Test steht noch aus. Wenn es läuft, dann ist das eine handwerkliche Glanzleistung von Ryan. Man muss sich das so vorstellen, dass eine Art Ruderkassette diesen kleinen elektrischen Außenborder aus Alu und Karbon hält, das Ding soll bei Aufschlag eigentlich hochklappen können. Die Sicherung war aber offensichtlich zu stark und ein Treibholz hat die gesamte Kassette vom Heck gerissen und dabei das Karbongehäuse des Generators eingeschlagen. Nichts allerdings gegen die Probleme von “Foncia” und “Président”.

Wir sind wohlauf und es geht gut voran.

Viele Grüße aus dem Inferno
Boris

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Eine Antwort auf Grüße aus dem Inferno

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